„Selbstgespräche“ gewinnt
Max Ophüls-Preis 2008
Geißendörfer Film- und Fernsehproduktion produzierte den Siegerfilm
Köln / Saarbrücken. Der Film "Selbstgespräche", den die Geißendörfer Film- und Fernsehproduktion (gff) gemeinsam mit dem ZDF/"Das kleine Fernsehspiel" realisiert hat, ist Sieger beim Wettbewerb um den Max Ophüls-Preis 2008.
In der Begründung der Jury heißt es, Regisseur André Erkau verfolge „mit zärtlicher Ironie so genannte gescheiterte Existenzen, die sich nicht unterkriegen lassen. In seinem Ensemble-Film wird ein Call-Center zum Mikrokosmos unserer Gesellschaft, deren Sprachlosigkeit im Zeitalter der totalen Vernetzung immer offenkundiger wird.“
Produzent Hans W. Geißendörfer freut sich besonders über diesen Preis: „Erkaus Film steht in der Tradition von Max Ophüls. Er ist nie laut, nie angeberisch, hat leisen, melancholischen Humor mit echter Heiterkeit und Trauer verbunden. Es ist wunderbar, diesen Preis zu gewinnen.“ Regisseur André Erkau ist überglücklich: „Wahnsinn! Ich freue mich total. Ich hoffe, dass der Preis hilft, dass der Film bald ins Kino kommt und ihn möglichst viele Menschen sehen können.“
Für Erkau ist es nicht der erste Erfolg beim renommierten Saarbrücker Festival. Im Jahr 2006 gewann er mit „37 ohne Zwiebeln“ den Kurzfilmpreis. In diesem Jahr wurde auch die Filmmusik zu „Selbstgespräche“ ausgezeichnet. Die Komponisten Dürbeck & Dohmen erhielten den Filmmusikpreis der Saarland Medien GmbH.
Die Geißendörfer Film- und Fernsehproduktion mit Sitz in Köln produziert u.a. die ARD-Serie „Lindenstraße“. Daneben realisiert die gff anspruchsvolle Fernseh- und Kinofilme.
Das renommierte Filmfestival „Max Ophüls-Preis“ hat sich besonders der Förderung von Nachwuchsregisseuren verschrieben. Es fand in diesem Jahr zum 29. Mal in Saarbrücken statt.
Die Begründung der Jury im Wortlaut:
Die Begründung der Jury: "Der Regisseur verfolgt mit zärtlicher Ironie so genannte gescheiterte Existenzen, die sich nicht unterkriegen lassen. In seinem Ensemble-Film wird ein Call-Center zum Mikrokosmos unserer Gesellschaft, deren Sprachlosigkeit im Zeitalter der totalen Vernetzung immer offenkundiger wird. Nicht nur der Job der Figuren ist im Übergang, sondern auch ihr Leben. Ein verstummtes Ehepaar, eine allein erziehende Mutter, ein liebenswertes Großmaul und ein menschenscheuer, junger Mann - in all diesen Existenzen finden wir uns wieder. Mit unseren Unsicherheiten und Ängsten, aber auch mit unseren Träumen und Sehnsüchten. Der Max-Ophüls-Preis 2008 geht an den Regisseur André Erkau für seinen Film "Selbstgespräche"".
Statement von Produzent Hans W. Geißendörfer:
Es ist wunderbar, diesen Preis zu gewinnen. Erkaus Film steht in der Tradition von Max Ophüls. Er ist nie laut, nie angeberisch, hat leisen, melancholischen Humor mit echter Heiterkeit und Trauer verbunden.
Das Ensemble ist erste Sahne mit herrlicher Spielfreude und großem Können, und Johannes Allmayer (Adrian) ist eine große Entdeckung.
Kinofilm / Tragikomödie
Buch und Regie: André Erkau | Produzent: Hans W. Geißendörfer
Entwicklung in Zusammenarbeit mit dem ZDF - Kleines Fernsehspiel, Redaktion: Christian Cloos
Vom 31. Juli bis 03. September dauerten die Dreharbeiten zu André Erkaus Kinokomödie „Selbstgespräche", die die gff gemeinsam mit dem ZDF/ "Das kleine Fernsehspiel" realisiert. Erkau ist Absolvent der Kölner Kunsthochschule für Medien und gewann bereits mit seinem Kurzfilm „37 ohne Zwiebeln" zahlreiche Preise.
In seinem ersten Spielfilm, in dem u.a. Maximilian Brückner zu sehen ist, porträtiert er vier Menschen, die in einem Callcenter arbeiten. Obwohl sie berufsbedingt ständig kommunizieren, haben sie auf persönlicher Ebene große Probleme, anderen Menschen wirklich zu begegnen.
"Selbstgespräche" wurde von der Filmstiftung NRW, vom BKM sowie vom "Kuratorium junger deutscher Film" gefördert.
FBW-Bewertung: "Besonders wertvoll"
"Selbstgespräche" ist eine Komödie über Sprachlosigkeit, in der pausenlos geredet wird. Im Mittelpunkt stehen vier Mitarbeiter eines Callcenters, die berufsbedingt dauerkommunizieren, jedoch auf persönlicher Ebene große Probleme haben, einem anderen Menschen wirklich zu begegnen.
In vier miteinander verflochtenen Episoden begleiten wir eine Gruppe von Callcenter-MitarbeiterInnen bei ihren beschwerlichen Versuchen, den richtigen Platz im Leben zu finden. Zeitgleich müssen sie versuchen, „ihr" Callcenter zu retten. Das Center soll in vier Wochen geschlossen werden, wenn es nicht gelingt, die Verkaufsquote drastisch zu erhöhen.
SASCHA (30) ist neu im Callcenter. Seinen Job betrachtet er, wie sicherlich die meisten dort, als eine Art Übergangsphase. Sascha will eigentlich Moderator im Fernsehen werden. Das Zeug dazu hat er - zumindest glaubt er das. Ein großer Junge, der das Erwachsenwerden aufgeschoben hat. Erst als seine Freundin Astrid schwanger ist, wird er von der Realität eingeholt. Widerstrebend muss er sich nun mit Fragen von Verantwortung und Verbindlichkeit auseinandersetzen. Doch durch seine Unentschiedenheit und die Unfähigkeit, über seine Ängste zu sprechen, läuft er Gefahr, Freundin und Arbeit zu verlieren.
Sein Kollege ADRIAN (29) hat ein ganz anderes Problem: Menschen machen ihn nervös. Deshalb meidet er sie, wo er nur kann. Doch im Callcenter ist er ein wahres Verkaufstalent und könnte am Ende des Jahres sogar den betriebsinternen Verkaufsrekord brechen. Bei einem seiner Verkaufsgespräche lernt er GABRIELE kennen, die ihm von nun an nicht mehr aus dem Kopf geht. Schließlich wagt Adrian, trotz seiner großen Ängste, Gabriele persönlich zu treffen.
MARIE (29), die attraktivste Frau im Callcenter, hat von Männern erst einmal genug. Nach ihrem Architekturstudium hatte sie ihr damaliger Freund RALF mit dem gemeinsamen Kind sitzengelassen, so dass sie ihren Berufseinstieg verpasste. Sie landete schließlich im Callcenter, für das sie sich maßlos überqualifiziert fühlt. Als Ralf - an dem sie noch immer hängt - ihr eröffnet, dass er wieder Vater wird und heiraten möchte, ist Marie so verletzt, dass sie ihm den Umgang mit seinem Sohn verbietet. Jetzt hat sie massive Geldsorgen und auch noch ein echtes Betreuungsproblem. Marie entwickelt sich mehr und mehr zu einer Einzelkämpferin, und obwohl Ralf sich bemüht, ihr Vertrauen zurück zu gewinnen, ist Marie zu keiner Einigung bereit. Schließlich muss sie aber erkennen, dass unter ihrer Überlebensstrategie am meisten ihr Sohn leidet.
HARMS (44), der Leiter und Verkaufstrainer im Callcenter, scheint all diese Probleme nicht zu haben. Er gibt sich wach, selbstbewusst und sehr charmant. Und doch ist Harms vielleicht der einsamste Mensch im Großraumbüro. Denn obwohl er die Regeln der Kommunikation beherrscht, sind diese Strategien außerhalb des Callcenters nicht von Bedeutung. Seine Ehe zerbricht und die eher ungelenken Versuche, seine Frau Gisela zurückzuerobern, machen alles nur noch schlimmer. Als sich auch die ersten beruflichen Rückschläge einstellen, droht die Fassade des eloquenten Kommunikators endgültig zu zerbröckeln...
In "Selbstgespräche" war es mir wichtig, einen liebevollen Blick auf menschliche Beziehungen zu werfen, sehr dicht an den Figuren zu bleiben und gleichzeitig humorvoll die Tragik im Alltäglichen zu beleuchten.
André Erkau wurde 1968 in Dortmund geboren. Zusammen mit einigen Weggefährten war er Mitbegründer des Jungen Theaters in Bremen. Nach einer Schauspielausbildung in Hamburg studierte er an der Kölner Kunsthochschule für Medien Filmregie (2001-2005) und schloss mit Auszeichnung ab.
Sein Examensfilm „37 OHNE ZWIEBELN" erhielt 2006 auf dem Max-Ophüls-Festival den Kurzfilm-Preis und den Preis der Interfilm-Jury, im selben Jahr folgte der Studio Hamburg Nachwuchspreis für das beste Drehbuch und der Pro7-Preis für Beste Regie Deutscher Film.
(Rolle: Sascha Westermann)
Geboren 1979 in Riedering
Film (Auswahl) Regie
2007: „Selbstgespräche" (AT) André Erkau
„Kirschblüten" Doris Dörrie
2005: „Schwere Jungs" Marcus H. Rosenmüller
„Rabenbrüder" Bernd Lange
„Wer früher stirbt, ist länger tot" Marcus H. Rosenmüller
2004: „Sophie Scholl - Die letzten Tage" Marc Rothemund
„Allein" Thomas Durchschlag
2003: „Männer wie wir" Sherry Hormann
Fernsehen (Auswahl) Regie
2006: „Tatort - Aus der Traum" Rolf Schübel
„Mein Freund Fritz" Dieter Wedel
2005: „Mozart in München" Bernd Fischerauer
„Tatort - Tod auf der Walz" Martin Enlen
2004: „Papa und Mama" (Zweiteiler) Dieter Wedel
Theater (Auswahl) Regie
05-07: "Der Brandner Kaspar und das ewig' Leben" Christian Stückl
2004: „Jedermann" Christian Stückl
„Der Räuber Kneißl" Christian Stückl
2003: „Die Räuber" Christian Stückl
2002: „Geierwally" Christian Stückl
(Rolle: Marie Bremer)
Geboren 1974 in Bad Saarow-Pieskow
Film (Auswahl) Regie
2007: „Selbstgespräche" (AT) André Erkau
„Ein einfaches Bedürfnis" Iris Janssen
2005: „Kopfsache" Doron Wisotzky
„Blind date Brasilien" Amira A. Ben Ali
2004: „Verrückt nach Markus Werner" Peten Böschen
2003: „Spielerfrauen" Martin Walz
Fernsehen (Auswahl) Regie
2007: „Der Lehrer - Staffel 1" durchgehende Serienrolle
2006: „Exitus - Ärzte am Limit" Udo Witte
„Das Inferno - Flammen über Berlin" Rainer Matsutani
2005 „Alles über Anna" Nicolai Rohde
2003: „Farben der Liebe" Zoltan Spirandelli
„Single shots" Oliver Schmitz
„Tatort - Wenn Frauen Austern essen" Klaus Emmerich
2001: „Soko Leipzig - Zehnkampf" Christoph Eichhorn
Theater (Auswahl) Regie
2006: "Westflug - Die Geschichte einer Entführung" Tobias Rausch
2005: „Das weite Land"" Daniel Karasek
„Opera mortale" Anna Zimmer
2002: „Maria Stuart" Peter Lüdi
"Was ihr wollt" Thomas Matschoß
2001: „Bondage - Agent entfesselt" Friederike Heller
97-01: Engagement Staatsschauspiel Dresden
95-97: Engagement Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar
(Rolle: Richard Harms)
Geboren 1959 in Urbana/Illinois, USA
Film (Auswahl): Regie
2007: „Selbstgespräche" (AT) André Erkau
2006: „Herr Bello" Ben Verbong
„Der Fälscher" Stefan Ruzowitzky
2004: „Ein Haus in Irland" Gillies MacKinnon
2003: "Sergeant Pepper" Sandra Nettelbeck
2002: A sound of thunder Peter Hyams
2001: „Gebürtig" Robert Schindel/Lukas Stepanik
„Amen - Der Stellvertreter" Constantin Costa-Gavras
2000: „Taking sides" Istvan Szabo
„Das Sams" Ben Verbong
„Bella Martha" Sandra Nettelbeck
1998: „Pünktchen und Anton" Caroline Link
1997: „Die Apothekerin" Rainer Kaufmann
1996: „Hannah" Reinhard Schwabenitzky
1995: „Stadtgespräch" Rainer Kaufmann
1993: „Das Versprechen" Margarethe von Trotta
1990: „Café Europa" F.X. Bogner
„Homo Faber" Volker Schlöndorff
1989: „Geld" Doris Dörrie
Fernsehen (Auswahl) Regie
2007: „Lilli C." Andreas Senn
2006: „Mutig in die neuen Zeiten" Harald Sicheritz
„Freundinnen" Maris Pfeiffer
2006: „Eine einzige Tablette" Adolf Winkelmann
2005: „Wut" Züli Aladag
„Im Reich der Reblaus" Harald Sicheritz
„Helen, Fred und Ted" Sherry Hormann
2004: „Leo" Vivian Naefe
„Die Mandantin" Marcus O. Rosenmüller
„Liebe nach dem Tod" Matti Geschonnek
„Speer und Er" Heinrich Breloer
2003: „Käthchens Traum" Jürgen Flimm
„Kirschenkönigin" Rainer Kaufmann
„Stärker als der Tod" Nikolaus Leytner
2002: „Und tschüß, Ihr Lieben" Connie Walther
„Trenck - Zwei Herzen gegen die Krone" Gernot Roll
2001: „Joe & Max" Steve James
„Hanna, wo bist du?" Ben Verbong
2000: „Einsatz in Hamburg - Stunde der Wahrheit" Matthias Tiefenbacher
„Alptraum einer Ehe" Johannes Fabrick
1999: „Jahrestage" (Mehrteiler) Margarethe von Trotta
Theater (Auswahl) Regie
2007: "Der einsame Weg" Armin Holz
2005: „Don Carlos" Wilfried Minks
04-06: „Die Ziege" Christian Stückl
02/03: „einordnen/ausflug" Matthias Hartmann
01/02: „Auf dem Land" Luc Bondy
1998: „Die Ähnlichen" Peter Stein
1996: „Der Fall Furtwängler" Helmut Griem
1990: „Der Schwierige" Jürgen Flimm
80-88: Engagement Kammerspiele München Alexander Lang, Thomas
Langhoff, Alexander May,
Volker Schlöndorff u.a.
76-79: Engagement Nieders. Staatstheater Hannover
(Rolle: Adrian Becher)
Geboren 1978 in Filderstadt
Film (Auswahl) Regie
2007: „Selbstgespräche" (AT) André Erkau
2004: „Stages" Marek Beles
Fernsehen (Auswahl) Regie
2006: „Verdammtes Leben" (AT) Andreas Senn
„Post mortem" Elmar Fischer
2005: „SK Kölsch - Jeder gegen jeden" Olaf Götz
„Tatort - Der doppelte Lott" Manfred Stelzer
2004: „Die Diebin und der General" Miguel Alexandre
„Die Sturmflut" Jorgo Papavassilliou
Theater (Auswahl) Regie
07/08: „Frühlings Erwachen" Simon Solberg
06/07: „Natürliche Auslese" Antoine Uitdehaag
03/06: Engagement Schauspielhaus Düsseldorf (u.a. „Ein Sommernachtstraum",
„Woyzeck", „Peer Gynt", „Sommergäste", „Flimmern")
2003: „Reineke Fuchs" Jochen Schölch
02/03: „Kaufmann von Venedig" Dieter Dorn
„Titus Andronicus" Elmar Goerden