„Selbstgespräche“ gewinnt
Max Ophüls-Preis 2008
Geißendörfer Film- und Fernsehproduktion produzierte den Siegerfilm
Köln / Saarbrücken. Der Film "Selbstgespräche", den die Geißendörfer Film- und Fernsehproduktion (gff) gemeinsam mit dem ZDF/"Das kleine Fernsehspiel" realisiert hat, ist Sieger beim Wettbewerb um den Max Ophüls-Preis 2008.
In der Begründung der Jury heißt es, Regisseur André Erkau verfolge „mit zärtlicher Ironie so genannte gescheiterte Existenzen, die sich nicht unterkriegen lassen. In seinem Ensemble-Film wird ein Call-Center zum Mikrokosmos unserer Gesellschaft, deren Sprachlosigkeit im Zeitalter der totalen Vernetzung immer offenkundiger wird.“
Produzent Hans W. Geißendörfer freut sich besonders über diesen Preis: „Erkaus Film steht in der Tradition von Max Ophüls. Er ist nie laut, nie angeberisch, hat leisen, melancholischen Humor mit echter Heiterkeit und Trauer verbunden. Es ist wunderbar, diesen Preis zu gewinnen.“ Regisseur André Erkau ist überglücklich: „Wahnsinn! Ich freue mich total. Ich hoffe, dass der Preis hilft, dass der Film bald ins Kino kommt und ihn möglichst viele Menschen sehen können.“
Für Erkau ist es nicht der erste Erfolg beim renommierten Saarbrücker Festival. Im Jahr 2006 gewann er mit „37 ohne Zwiebeln“ den Kurzfilmpreis. In diesem Jahr wurde auch die Filmmusik zu „Selbstgespräche“ ausgezeichnet. Die Komponisten Dürbeck & Dohmen erhielten den Filmmusikpreis der Saarland Medien GmbH.
Die Geißendörfer Film- und Fernsehproduktion mit Sitz in Köln produziert u.a. die ARD-Serie „Lindenstraße“. Daneben realisiert die gff anspruchsvolle Fernseh- und Kinofilme.
Das renommierte Filmfestival „Max Ophüls-Preis“ hat sich besonders der Förderung von Nachwuchsregisseuren verschrieben. Es fand in diesem Jahr zum 29. Mal in Saarbrücken statt.
Die Begründung der Jury im Wortlaut:
Die Begründung der Jury: "Der Regisseur verfolgt mit zärtlicher Ironie so genannte gescheiterte Existenzen, die sich nicht unterkriegen lassen. In seinem Ensemble-Film wird ein Call-Center zum Mikrokosmos unserer Gesellschaft, deren Sprachlosigkeit im Zeitalter der totalen Vernetzung immer offenkundiger wird. Nicht nur der Job der Figuren ist im Übergang, sondern auch ihr Leben. Ein verstummtes Ehepaar, eine allein erziehende Mutter, ein liebenswertes Großmaul und ein menschenscheuer, junger Mann - in all diesen Existenzen finden wir uns wieder. Mit unseren Unsicherheiten und Ängsten, aber auch mit unseren Träumen und Sehnsüchten. Der Max-Ophüls-Preis 2008 geht an den Regisseur André Erkau für seinen Film "Selbstgespräche"".
Statement von Produzent Hans W. Geißendörfer:
Es ist wunderbar, diesen Preis zu gewinnen. Erkaus Film steht in der Tradition von Max Ophüls. Er ist nie laut, nie angeberisch, hat leisen, melancholischen Humor mit echter Heiterkeit und Trauer verbunden.
Das Ensemble ist erste Sahne mit herrlicher Spielfreude und großem Können, und Johannes Allmayer (Adrian) ist eine große Entdeckung.
Es gibt Filme, in die ist man sofort verliebt. Nach einer halben Minute badet man gleichsam darin. Andre Erkaus Spielfilmdebüt "Selbstgespräche" ist so ein Fall. Er offenbart tiefe Wahrheiten, aber auf fast schwerelos leichte Weise. Und das alles ist um so erstaunlicher, weil er sehr munter eines der traurigsten Themen überhaupt behandelt: die menschliche Einsamkeit. Und dazu passt dann auch irgendwie, dass Chris Norman (vormals Smokie) und der eine Klaus von Klaus & Klaus, also zwei ziemlich abgewrackte Gestalten der Popmusikhistorie, darin als Ruinen ihrer selbst auftreten. Günter Wallraff übrigens auch. Aber das ist Nebensache.
"Selbstgespräche" ist Eröffnungsfilm einer neuen Staffel der "Gefühlsecht"-Reihe im ZDF. Eigentlich geht es in Erkaus' Film um die postkapitalistische Hölle eines Callcenters, in der verlorene Existenzen stranden, die zwar nicht mehr so jung sind, aber das Geld trotzdem brauchen. Motto: "Come in and burn out".
Richard Hanns (hinreißend: August Zirner) ist ein Versager. Seine Ehe geht in die Brüche ("Wir wollten uns doch immer ausreden lassen, Gisela"); als Abteilungsleiter des Kölner Sweatshops, in dem überteuerte DSL- "Super-Flatrates" vertickt werden, nimmt ihn niemand ernst. Schlimmer noch: Seine Chefin verlangt mit seifigen Platitüden ("Vorpommern ist das neue Indien") fünf Prozent Profitsteigerung, sonst werde das Callcenter geschlossen. Und Hanns' Telefonbox-Untergebene haben eh anderes im Sinn: Sie sehnen sich nach besseren Leben, unerreichbaren Ausflüchten. Sie reden in einem fort mit schmeichelnder Stimme in ihre Headsets hinein und sind doch sprachlos. Im traurigen Nichts grauer Büroflure und sinnloser Ferngespräche gehen ihre Träume baden; sie behelfen sich mit Binsenwahrheiten - allen voran Hanns ("Leute, da draußen ist Krieg"). Nur wenige werden am Ende den Absprung schaffen.
Da ist zum Beispiel der hemdsärmelige Sascha Wegemann (Maximilian Brückner), ein Fernsehpublikums-Einpeitscher, der von der großen Showkarriere träumt. Seine Parole: "Sascha fickt das System". Das Problem: Das System reagiert. Seine Freundin erwartet ein Kind und eine geräumige Altbauwohnung; er ("definitiv nicht Ehrenfeld!") versucht jedoch - vergeblich - mit Kollegin Marie anzubandeln (Antje Widdra). Die wiederum ist eigentlich Architektin, aber alleinerziehend - der untreue Kindsvater bekommt ihren ganzen Frust ab.
Bis in die kleinste Nebenrolle ist Selbstgespräche präzise und qualitätvoll besetzt; man beginnt die Figuren schnell zu mögen und charakterlich zu erfassen, auch und gerade die unsymphatischen. So zum Beispiel den grummeligen Vater (Heinz-Werner Kraehkamp) des Autisten Adrian Becher (Johannes Allmayer), der, das beste Pferd im Callcenter-Stall, den Quartalsrekord schafft. Sonst schafft er leider wenig: Becher ist in eine Kundin verliebt, aber hilflos; erst Wegemann, der ihn eigentlich für einen Psycho hält ("Norman Bates erklärt mir das Telefonieren"), bahnt ihm am Ende den Weg zur großen Liebe. So verschachteln und verästeln sich die Schicksale aufs Feinste, immer garniert mit Binsen, die garantiert nur in die Leere führen (Harms: "Jemand, der einen Bohrer kaufen will, will ja keinen Bohrer. Er will ein Loch in der Wand").
In Harms' Gesicht spiegelt sich das schwarze Loch seiner Existenz - am wunderbarsten ist denn auch jene Sequenz, als alle wichtigen Protagonisten im Close-up zu sehen sind. Melancholischer wird's nimmer. Sie scheinen, darin ganz zeitgemäß, zu fragen: Und was wird aus mir? Am Ende sind die fünf Prozent erreicht - und doch ist damit gar nichts gewonnen. Die Krise ist in diesem Film Dauerzustand. Aber selten war sie so unterhaltsam. Darum ist der späte Sendetermin auch eine Frechheit.
HOLGER LIEBS
Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 14. August 2009
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Schauspieler André Erkau kommt aus dem Theaterfach und hat früher in einem Callcenter gejobbt. Gute Voraussetzungen also, um seinen Regie-Debütfilm «Selbstgespräche» im Callcenter- Milieu anzusiedeln und mit guten Darstellern zu besetzen. Das ZDF zeigt die Geschichte an diesem Sonntag (23.30 Uhr) in der Reihe «Das kleine Fernsehspiel». Der Film «Selbstgespräche» bildet den Auftakt zur diesjährigen «Gefühlsecht»-Staffel, aus der die Chefin des kleinen Fernsehspiels, Claudia Tronnier, eine alljährliche sommerliche Tradition machen will.
Im Film Selbstgespräche, in dem unter anderem Maximilian Brückner und August Zirner in den Hauptrollen agieren, geht es um verschiedene Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen im Callcenter ihr Geld verdienen. Der eine ist Showmaster, er hat eine schwangere Freundin, er will keine Familie und droht beruflich und privat zu scheitern. Die andere nutzt das Telefon nur dazu, sich einen neuen Job als Architektin zu besorgen. Der dritte verliebt sich in eine Kundin. Aber alle haben ein gemeinsames Schicksal: Ihnen droht die Kündigung.
Sieben Filme plant Tronnier in der «Gefühlsecht»-Reihe insgesamt in dieser Saison, allesamt ZDF-Eigenproduktionen und alle auch fürs Kino bestimmt. Das kleine Fernsehspiel emanzipiert sich, sagt Tronnier: «Das liegt auch daran, dass inzwischen die Regie-Debütanten eine bessere Ausbildung mitbringen und eine größere Gelassenheit gegenüber allen möglichen Genres.» So sind denn auch in dieser Reihe Krimis und Komödien denkbar, und künftig plant das ZDF sogar den einen und anderen Gruselfilm mit Zombies und anderen Monstern.
Regelmäßig wird in Mainz über den alt hergebrachten Titel «Das kleine Fernsehspiel» diskutiert, da es «Fernsehspiele» im guten alten Stil der sechziger Jahre gar nicht mehr gibt und die dort gezeigten Filme oft genug nicht «klein», sondern ausgewachsene 90-Minüter sind. Sogar eine eigens angeheuerte Agentur hatte sich damit schon beschäftigt, aber «dieser Titel ist einfach eingeführt, ein Markenname», sagt Claudia Tronnier, die Leiterin des Kleinen Fernsehspiels.
Und sie hat auch gar nicht so viel gegen die meist sehr späte Sendezeit: «Würden wir in frühere Stunden rücken, müssten wir uns innerhalb des vorgegebenen Programmschemas entsprechend formatieren lassen. Aber nicht jeder Stoff passt in jedes Zeitmuster. Wir möchten die Freiheit haben, mal einen 60-Minüter, mal einen kürzeren oder längeren Film herzustellen.» Und die Freiheit, auch mal einen missglückten Film laufen zu lassen, will sie auch: «Unsere Aufgabe ist es ja, neue Talente zu erproben, und dazu gehört auch, dass einer mal scheitert.»
Quelle: Deutsche Presse-Agentur vom 14. August 2009
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Von Callcenterhöllen, Schwesterherzen und Eisbomben
Im Kleinen Fernsehspiel des ZDF geben sich junge deutsche Filme "gefühlsecht". Der Reihentitel passt, denn um große Gefühle geht es stets, mit etlichen Knalleffekten.
Das richtige Leben kommt später. Erst einmal tummeln sich die jungen Leute auf Probe. Ihrem Hang zum Provisorium, manchmal auch dem Zwang zur Notlösung entsprechen Jobs im Callcenter, das André Erkaus Film "Selbstgespräche" als sozialen Mikrokosmos entdeckt. Um die Wette telefonieren dort die alleinerziehende Marie (Antje Widdra), die eine Stelle als Architektin sucht, der scheue Adrian (Johannes Allmayer), der nur fernmündlich aus sich herausgeht, und der Tausendsassa Sascha (Maximilian Brückner), dem eine Karriere als Showmaster vorschwebt. Im Großraumbüro schwitzen sie in benachbarten Boxen, lassen sich von potentiellen Kunden abhängen oder schwätzen ihnen den Super-Spartarif auf.
Als Glanzstück voller Überraschungen eröffnet "Selbstgespräche" die Reihe "Gefühlsecht" des Kleinen Fernsehspiels. "Jeder neue Anruf ist eine neue Chance": Je brutaler die Pleite des Centers droht und der Erfolgsdruck steigt, desto suggestiver färbt der Chef schön. So schult er die Mitarbeiter, verführerisch "ihr Lächeln hören zu lassen". Die Rolle dieses Teamleiters füllt August Zirner aus, schillernd zwischen Taktiker, Träumer und Trickser. Tragikomisch pointiert Erkau, wie die scheinhafte professionelle Kontaktroutine mit privaten Beziehungskrisen einhergeht, bei denen die Beteiligten die relevanten Erfahrungen machen. Spannung weckt ein Experiment, zu dem Sascha den gehemmten Adrian verlockt: Es ist das Abenteuer, eine Telefonpartnerin Auge in Auge kennenzulernen. Überhaupt kombiniert Erkau souverän die Banalität der Flatrate mit persönlichen Tiefschlägen und Höhenflügen seiner vier Alltagshelden. In parallel montierten Episoden verfolgt er abwechselnd ihre Lebenswege - mit Ernst, Witz und Wiedererkennungseffekt.
Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 15. August 2009
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Zum elften Mal fasst die ZDF-Redaktion des "Kleinen Fernsehspiels" seine Debütfilme zur Reihe "Gefühlsecht" zusammen. Die fast alle sehenswerten Werke haben nur einen Nachteil: man muss für sie sehr, sehr lange wach bleiben.
Einer Produktion aber widerfährt die Ehre, auf dem Sendeplatz des "Fernsehfilms der Woche" zu laufen: Das ZDF zeigt "Was, wenn der Tod uns scheidet?" der Schauspielerin Ulrike Grote am 31. August bereits um 20.15 Uhr. Grote, die gemeinsam mit Ilona Schultz auch das Drehbuch schrieb, erzählt darin die Geschichten von acht Männern und Frauen, deren Lebenswege sich in einem Krankenhaus kreuzen. Die prominenteste Mitwirkende ist (neben Ulrich Noethen) die im Mai ver-
storbene Monica Bleibtreu. Es ist einer der letzten Filme der großen Schauspielerin.
Ähnlich gut besetzt ist "Selbstgespräche", ebenfalls das Debüt eines Schauspielers: Andre Erkau, verantwortlich für Buch und Regie, konnte für seinen Film August Zirner, Maximilian Brückner sowie als Gast Günter Wallraff gewinnen. Erkaus Idee, das Stück über moderne Kommunikationslosigkeit in einem Call-Center anzusiedeln, ist brillant. Die Komödie hätte ebenfalls das Potenzial für den Montagssendeplatz, immerhin laufen diese "Selbstgespräche" jetzt nicht erst nach Mitternacht: Erkaus Werk eröffnet die Reihe am kommenden Sonntag um 23.30 Uhr: "Wir wollten eine starke, zugkräftige Produktion als Startfilm", sagt Claudia Tronnier, Leiterin des "Kleinen Fernsehspiels".
Quelle: Stuttgarter Zeitung vom 14. August 2009
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Kinofilm / Tragikomödie
Buch und Regie: André Erkau | Produzent: Hans W. Geißendörfer
Entwicklung in Zusammenarbeit mit dem ZDF - Kleines Fernsehspiel, Redaktion: Christian Cloos
Vom 31. Juli bis 03. September dauerten die Dreharbeiten zu André Erkaus Kinokomödie „Selbstgespräche", die die gff gemeinsam mit dem ZDF/ "Das kleine Fernsehspiel" realisiert. Erkau ist Absolvent der Kölner Kunsthochschule für Medien und gewann bereits mit seinem Kurzfilm „37 ohne Zwiebeln" zahlreiche Preise.
In seinem ersten Spielfilm, in dem u.a. Maximilian Brückner zu sehen ist, porträtiert er vier Menschen, die in einem Callcenter arbeiten. Obwohl sie berufsbedingt ständig kommunizieren, haben sie auf persönlicher Ebene große Probleme, anderen Menschen wirklich zu begegnen.
"Selbstgespräche" wurde von der Filmstiftung NRW, vom BKM sowie vom "Kuratorium junger deutscher Film" gefördert.
FBW-Bewertung: "Besonders wertvoll"
"Selbstgespräche" ist eine Komödie über Sprachlosigkeit, in der pausenlos geredet wird. Im Mittelpunkt stehen vier Mitarbeiter eines Callcenters, die berufsbedingt dauerkommunizieren, jedoch auf persönlicher Ebene große Probleme haben, einem anderen Menschen wirklich zu begegnen.
In vier miteinander verflochtenen Episoden begleiten wir eine Gruppe von Callcenter-MitarbeiterInnen bei ihren beschwerlichen Versuchen, den richtigen Platz im Leben zu finden. Zeitgleich müssen sie versuchen, „ihr" Callcenter zu retten. Das Center soll in vier Wochen geschlossen werden, wenn es nicht gelingt, die Verkaufsquote drastisch zu erhöhen.
SASCHA (30) ist neu im Callcenter. Seinen Job betrachtet er, wie sicherlich die meisten dort, als eine Art Übergangsphase. Sascha will eigentlich Moderator im Fernsehen werden. Das Zeug dazu hat er - zumindest glaubt er das. Ein großer Junge, der das Erwachsenwerden aufgeschoben hat. Erst als seine Freundin Astrid schwanger ist, wird er von der Realität eingeholt. Widerstrebend muss er sich nun mit Fragen von Verantwortung und Verbindlichkeit auseinandersetzen. Doch durch seine Unentschiedenheit und die Unfähigkeit, über seine Ängste zu sprechen, läuft er Gefahr, Freundin und Arbeit zu verlieren.
Sein Kollege ADRIAN (29) hat ein ganz anderes Problem: Menschen machen ihn nervös. Deshalb meidet er sie, wo er nur kann. Doch im Callcenter ist er ein wahres Verkaufstalent und könnte am Ende des Jahres sogar den betriebsinternen Verkaufsrekord brechen. Bei einem seiner Verkaufsgespräche lernt er GABRIELE kennen, die ihm von nun an nicht mehr aus dem Kopf geht. Schließlich wagt Adrian, trotz seiner großen Ängste, Gabriele persönlich zu treffen.
MARIE (29), die attraktivste Frau im Callcenter, hat von Männern erst einmal genug. Nach ihrem Architekturstudium hatte sie ihr damaliger Freund RALF mit dem gemeinsamen Kind sitzengelassen, so dass sie ihren Berufseinstieg verpasste. Sie landete schließlich im Callcenter, für das sie sich maßlos überqualifiziert fühlt. Als Ralf - an dem sie noch immer hängt - ihr eröffnet, dass er wieder Vater wird und heiraten möchte, ist Marie so verletzt, dass sie ihm den Umgang mit seinem Sohn verbietet. Jetzt hat sie massive Geldsorgen und auch noch ein echtes Betreuungsproblem. Marie entwickelt sich mehr und mehr zu einer Einzelkämpferin, und obwohl Ralf sich bemüht, ihr Vertrauen zurück zu gewinnen, ist Marie zu keiner Einigung bereit. Schließlich muss sie aber erkennen, dass unter ihrer Überlebensstrategie am meisten ihr Sohn leidet.
HARMS (44), der Leiter und Verkaufstrainer im Callcenter, scheint all diese Probleme nicht zu haben. Er gibt sich wach, selbstbewusst und sehr charmant. Und doch ist Harms vielleicht der einsamste Mensch im Großraumbüro. Denn obwohl er die Regeln der Kommunikation beherrscht, sind diese Strategien außerhalb des Callcenters nicht von Bedeutung. Seine Ehe zerbricht und die eher ungelenken Versuche, seine Frau Gisela zurückzuerobern, machen alles nur noch schlimmer. Als sich auch die ersten beruflichen Rückschläge einstellen, droht die Fassade des eloquenten Kommunikators endgültig zu zerbröckeln...
In "Selbstgespräche" war es mir wichtig, einen liebevollen Blick auf menschliche Beziehungen zu werfen, sehr dicht an den Figuren zu bleiben und gleichzeitig humorvoll die Tragik im Alltäglichen zu beleuchten.
André Erkau wurde 1968 in Dortmund geboren. Zusammen mit einigen Weggefährten war er Mitbegründer des Jungen Theaters in Bremen. Nach einer Schauspielausbildung in Hamburg studierte er an der Kölner Kunsthochschule für Medien Filmregie (2001-2005) und schloss mit Auszeichnung ab.
Sein Examensfilm „37 OHNE ZWIEBELN" erhielt 2006 auf dem Max-Ophüls-Festival den Kurzfilm-Preis und den Preis der Interfilm-Jury, im selben Jahr folgte der Studio Hamburg Nachwuchspreis für das beste Drehbuch und der Pro7-Preis für Beste Regie Deutscher Film.
(Rolle: Sascha Westermann)
Geboren 1979 in Riedering
Film (Auswahl) Regie
2007: „Selbstgespräche" (AT) André Erkau
„Kirschblüten" Doris Dörrie
2005: „Schwere Jungs" Marcus H. Rosenmüller
„Rabenbrüder" Bernd Lange
„Wer früher stirbt, ist länger tot" Marcus H. Rosenmüller
2004: „Sophie Scholl - Die letzten Tage" Marc Rothemund
„Allein" Thomas Durchschlag
2003: „Männer wie wir" Sherry Hormann
Fernsehen (Auswahl) Regie
2006: „Tatort - Aus der Traum" Rolf Schübel
„Mein Freund Fritz" Dieter Wedel
2005: „Mozart in München" Bernd Fischerauer
„Tatort - Tod auf der Walz" Martin Enlen
2004: „Papa und Mama" (Zweiteiler) Dieter Wedel
Theater (Auswahl) Regie
05-07: "Der Brandner Kaspar und das ewig' Leben" Christian Stückl
2004: „Jedermann" Christian Stückl
„Der Räuber Kneißl" Christian Stückl
2003: „Die Räuber" Christian Stückl
2002: „Geierwally" Christian Stückl
(Rolle: Marie Bremer)
Geboren 1974 in Bad Saarow-Pieskow
Film (Auswahl) Regie
2007: „Selbstgespräche" (AT) André Erkau
„Ein einfaches Bedürfnis" Iris Janssen
2005: „Kopfsache" Doron Wisotzky
„Blind date Brasilien" Amira A. Ben Ali
2004: „Verrückt nach Markus Werner" Peten Böschen
2003: „Spielerfrauen" Martin Walz
Fernsehen (Auswahl) Regie
2007: „Der Lehrer - Staffel 1" durchgehende Serienrolle
2006: „Exitus - Ärzte am Limit" Udo Witte
„Das Inferno - Flammen über Berlin" Rainer Matsutani
2005 „Alles über Anna" Nicolai Rohde
2003: „Farben der Liebe" Zoltan Spirandelli
„Single shots" Oliver Schmitz
„Tatort - Wenn Frauen Austern essen" Klaus Emmerich
2001: „Soko Leipzig - Zehnkampf" Christoph Eichhorn
Theater (Auswahl) Regie
2006: "Westflug - Die Geschichte einer Entführung" Tobias Rausch
2005: „Das weite Land"" Daniel Karasek
„Opera mortale" Anna Zimmer
2002: „Maria Stuart" Peter Lüdi
"Was ihr wollt" Thomas Matschoß
2001: „Bondage - Agent entfesselt" Friederike Heller
97-01: Engagement Staatsschauspiel Dresden
95-97: Engagement Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar
(Rolle: Richard Harms)
Geboren 1959 in Urbana/Illinois, USA
Film (Auswahl): Regie
2007: „Selbstgespräche" (AT) André Erkau
2006: „Herr Bello" Ben Verbong
„Der Fälscher" Stefan Ruzowitzky
2004: „Ein Haus in Irland" Gillies MacKinnon
2003: "Sergeant Pepper" Sandra Nettelbeck
2002: A sound of thunder Peter Hyams
2001: „Gebürtig" Robert Schindel/Lukas Stepanik
„Amen - Der Stellvertreter" Constantin Costa-Gavras
2000: „Taking sides" Istvan Szabo
„Das Sams" Ben Verbong
„Bella Martha" Sandra Nettelbeck
1998: „Pünktchen und Anton" Caroline Link
1997: „Die Apothekerin" Rainer Kaufmann
1996: „Hannah" Reinhard Schwabenitzky
1995: „Stadtgespräch" Rainer Kaufmann
1993: „Das Versprechen" Margarethe von Trotta
1990: „Café Europa" F.X. Bogner
„Homo Faber" Volker Schlöndorff
1989: „Geld" Doris Dörrie
Fernsehen (Auswahl) Regie
2007: „Lilli C." Andreas Senn
2006: „Mutig in die neuen Zeiten" Harald Sicheritz
„Freundinnen" Maris Pfeiffer
2006: „Eine einzige Tablette" Adolf Winkelmann
2005: „Wut" Züli Aladag
„Im Reich der Reblaus" Harald Sicheritz
„Helen, Fred und Ted" Sherry Hormann
2004: „Leo" Vivian Naefe
„Die Mandantin" Marcus O. Rosenmüller
„Liebe nach dem Tod" Matti Geschonnek
„Speer und Er" Heinrich Breloer
2003: „Käthchens Traum" Jürgen Flimm
„Kirschenkönigin" Rainer Kaufmann
„Stärker als der Tod" Nikolaus Leytner
2002: „Und tschüß, Ihr Lieben" Connie Walther
„Trenck - Zwei Herzen gegen die Krone" Gernot Roll
2001: „Joe & Max" Steve James
„Hanna, wo bist du?" Ben Verbong
2000: „Einsatz in Hamburg - Stunde der Wahrheit" Matthias Tiefenbacher
„Alptraum einer Ehe" Johannes Fabrick
1999: „Jahrestage" (Mehrteiler) Margarethe von Trotta
Theater (Auswahl) Regie
2007: "Der einsame Weg" Armin Holz
2005: „Don Carlos" Wilfried Minks
04-06: „Die Ziege" Christian Stückl
02/03: „einordnen/ausflug" Matthias Hartmann
01/02: „Auf dem Land" Luc Bondy
1998: „Die Ähnlichen" Peter Stein
1996: „Der Fall Furtwängler" Helmut Griem
1990: „Der Schwierige" Jürgen Flimm
80-88: Engagement Kammerspiele München Alexander Lang, Thomas
Langhoff, Alexander May,
Volker Schlöndorff u.a.
76-79: Engagement Nieders. Staatstheater Hannover
(Rolle: Adrian Becher)
Geboren 1978 in Filderstadt
Film (Auswahl) Regie
2007: „Selbstgespräche" (AT) André Erkau
2004: „Stages" Marek Beles
Fernsehen (Auswahl) Regie
2006: „Verdammtes Leben" (AT) Andreas Senn
„Post mortem" Elmar Fischer
2005: „SK Kölsch - Jeder gegen jeden" Olaf Götz
„Tatort - Der doppelte Lott" Manfred Stelzer
2004: „Die Diebin und der General" Miguel Alexandre
„Die Sturmflut" Jorgo Papavassilliou
Theater (Auswahl) Regie
07/08: „Frühlings Erwachen" Simon Solberg
06/07: „Natürliche Auslese" Antoine Uitdehaag
03/06: Engagement Schauspielhaus Düsseldorf (u.a. „Ein Sommernachtstraum",
„Woyzeck", „Peer Gynt", „Sommergäste", „Flimmern")
2003: „Reineke Fuchs" Jochen Schölch
02/03: „Kaufmann von Venedig" Dieter Dorn
„Titus Andronicus" Elmar Goerden